Beim Abnehmen kommt’s nicht darauf an, was du isst…

Bildquelle: pexels
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Hier verrate ich Dir, warum ich der Überzeugung bin, dass das „Was“ beim Abnehmen nur eine nebensächliche Rolle spielt und warum das „Warum“ und das „Wie“ viel wichtiger sind.

 

Häää wirst du dir jetzt denken? Was redet die da?

 

Natürlich hast Du Recht. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass unsere Lebensmittelauswahl einen entscheidenden Einfluss auf unser Gewicht hat. ABER: niemand wird von Schokolade und Chips dick, sondern von der Art und Weise, wie sie gegessen werden, warum sie gegessen werden und wie es der Person dabei geht.

Es macht einen Riesenunterschied, ob ich einen Schokoriegel aus Frust oder zur Beruhigung abends vor dem Fernseher reinschiebe, um mich für einem blöden, stressigen Tag zu entschädigen oder ob ich ihn mit leichtem Magenknurren und wohligem Genuss mit vollen Sinnen genieße.

Und warum soll das einen Unterschied machen? Die Kalorien sind doch die gleichen…

 

Der Unterschied ist folgender: Die erste Person isst den Schokoriegel, weil sie die Gefühle von Frustration und Stress wegdrücken möchte. Wahrscheinlich hatte sie an dem Tag noch jede Menge andere negative Gefühle. Vielleicht gab es eine Konfrontation mit dem Chef und sie fühlt sich nun minderwertig, nicht gesehen und nicht „gut genug“. Vielleicht gab es auch noch Streit mit dem Partner oder der Partnerin oder sie hatte sich mit ihren Kindern in den Haaren. Vielleicht hat sie Schuldgefühle, ist traurig oder erschöpft.

Der Schokoriegel ist jetzt die ersehnte Entschädigung für all die blöden Situationen an diesem Tag und vielleicht auch der letzten Wochen, Monate und Jahre. Mit dem Schokoriegel stellt sich endlich etwas wohlige Wärme, Trost und Entspannung ein. Und dann bleibt es nicht bei dem einen Schokoriegel, denn „man muss sich ja auch mal was gönnen“.

Die zweite Person nutzt den Schokoriegel nicht, um sich von negativen Gefühlen abzulenken. Sie hat Lust auf einen Schokoriegel, isst ihn, genießt ihn und that’s it. Das Essen wird hier nicht zum Seelentröster.

 

Emotionaler vs körperlicher Hunger

Die beiden Personen essen aus ganz verschiedenen Gründen. Person 1 macht das, was man unter emotionalem Essen versteht, während Person 2 aus einem einzigen Grund ist: weil sie körperlichen Hunger nach dem Schokoriegel verspürt.

Und hier sind wir beim „Warum“ angekommen und warum ich ganz provokant sage: Niemand wird von Schokolade oder Chips dick. Wenn ich so etwas esse, weil ich Lust und Appetit darauf habe und sie mit vollen Sinnen genieße, dann stellt sich auch sehr schnell ein Effekt von Sättigung ein. Die Lust auf etwas Süßes oder knackig Salziges ist befriedigt und ich kann weiterziehen. Wenn aber die Chips oder die Schokolade dienen, um mich zu entspannen, den Frust vergessen zu lassen oder mich selbst zu belohnen, dann missbrauche ich ihn als Seelentröster und DAS macht auf Dauer dick. 

Emotionales Essen beeinträchtigt dein ganzes Sein

Aus emotionalen Gründen zu essen, hat aber nicht nur negative Folgen auf dein Essverhalten, sondern beeinträchtigt dich als Mensch in deinem ganzen Sein. Es entsteht ein Teufelskreis aus Essen als Trost, Frustration, Gefühl des Versagens was wiederum in Essen als Trost resultiert. Menschen, die aus emotionalen Gründen essen, haben nicht gelernt ihre Gefühle wahrzunehmen und ihnen Raum zu geben und das verändert ihren gesamten Seins-Zustand. 

 

Damit kommen wir zu dem „Wie“, das ich als so wichtig erachte, wenn es um das Thema Abnehmen geht. Leben wir unsere Emotionen und Gefühle nicht aus, sondern unterdrücken und betäuben sie immer wieder mit dem Essen. Diese ganzen nicht ausgelebten Emotionen verfestigen sich auf körperlicher Ebene, genauer im autonomen Nervensystem. Unser Nervensystem kann dann nicht mehr richtig arbeiten und erzeugt im schlimmsten Fall immer weitere Symptome wie zum Beispiel Verdauungsbeschwerden, hormonelle Probleme, chronische Schmerzen, hoher Blutdruck oder autoimmun Erkrankungen. So eine Dysregulation im autonomen Nervensystem beeinflusst im hohe Maße wie wir als Menschen durchs Leben gehen, wie wir Entscheidungen treffen, Beziehungen pflegen (auch zu uns selbst), ob wir mit unserer Intuition und unserem Körper verbunden sind und uns selbst spüren können. Unser autonomes Nervensystem bestimmt wie wir als Menschen sind und handeln, auch auf das Thema Essen bezogen. Ein entspanntes, natürliches und intuitives Essverhalten wird also nur möglich, wenn wir Emotionen nicht mehr unterrücken und mit Essen betäuben. 

3 Schritte für gesundes Abnehmen

Um  gesund und nachhaltig abzunehmen ist es daher immer wichtig folgende Schritte zu gehen:

 

1. Finde heraus aus welchen Motiven, also warum du isst. Dies ist ein aktiver Prozess des Bewusstwerdens, der erfordert, dass du aufrichtig mit dir selbst bist und wirklich den Willen hast, an deinem Essverhalten etwas zu verändern. Dieser Schritt beinhaltet viel Beobachtung deiner Selbst und Achtsamkeit für  deine Gefühle und Emotionen und was diese mit dir machen.

 

2. An zweiter Stelle steht die Veränderung deines Seins-Zustand, also des „wie-du-bist“ während du isst. Bestimmte haben immer nur in einem bestimmten Seins-Zustand bestand. Du kannst Dir das vorstellen wie mit einem Eiswürfel. Dieser kann nur bestehen, wenn die Temperatur unter 0°C bleibt. Wird es wärmer, verschwindet er. So ist es auch mit Problemen, die wir mit uns herumtragen. Wir empfinden Probleme nur in einem bestimmten Zustand als Problem oder anders ausgedrückt: 

„Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern, wie wir sind.“ (Stephen Covey)

Dabei bestimmt unser Nervensystem maßgeblich wie wir sind und glücklicherweise können wir den Zustand unseres Nervensystems verändern, wenn wir bereit dazu sind.

 

3. Wenn wir uns um das „warum“ und das „wie“ gekümmert haben, dann ist es zum gesunden und nachhaltigen Abnehmen natürlich auch wichtig, sich das „was“ anzuschauen. Die allermeisten Diäten, Ernährungsratgeber und Co. setzen aber ausschließlich beim „was“ an. Das ist einer der Gründe warum Diäten zum Scheitern verurteilt sind. Die Basisarbeit wird einfach völlig außen vor gelassen und das Problem nicht an der Wurzel gepackt. Denn selbst wenn Du alles über die gesündesten Lebensmittel lernst, dein Essverhalten, also das „warum“ und das „wie“ veränderst du damit nicht. Und stell Dir vor, es kommt der nächste stressige, frustrierende Tag und du fällst abends erschöpft, traurig und mit einem Gefühl von Leere aufs Sofa. Auch die besten Ernährungsratgeber werden nicht mehr helfen, wenn dein Körper und deine Seele nicht gelernt haben, was sie außer dem Essen glücklich macht.

 

Diese drei Schritte oder drei Säulen, die ich Dir nun hier vorgestellt habe, sind Basis meiner Arbeit als Ernährungscoach. Wenn Du neugierig geworden bist oder noch Fragen hast, schreib mir gerne eine Nachricht oder buche direkt deinen Termin für ein kostenloses Kennenlern-/Infogespräch. Ich freue mich auf Dich.

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